Armer Hund: Behinderung kein Handicap

Referenten: Rolf Kleeberg - Hundephysiotherapeut,  Eddie Gonzales - Hundetrainer

Termin:
01.05.2016 – 08.05.2016

Zielgruppe:

Halter/innen von Hunden mit Körperbehinderung bzw. wo ein solche droht. Auch Hundefreunde die sich mit dem Gedanken tragen, evtl. einem körperbehinderten Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause zu geben, sollen sich angesprochen fühlen.

Seminargebühren:

Je Mensch-Hund-Team: 280,00 Euro zzgl. Aufenthalt in der gebuchten Hotel-Kategorie. Das Seminar findet ab 4 Teilnehmern statt. Maximale Teilnehmerzahl = 8.

Mehrhundebesitzer Aufpreis 35,- €/Hund. Die Seminargebühr wird direkt mit den Referenten abgerechnet

Ort:

Seehotel Moldan – der Stern am Hundehimmel, Postmünster (D)
Urlaubswoche mit 5 Tagen Programm. Das Seminar beginnt am Montag Vormittag und endet am Freitag Nachmittag, (2 halbe Tage frei).

Seminarbeschreibung:

Je Mensch-Hund-Team: 280 Euro zzgl. Aufenthalt in der gebuchten Hotel-Kategorie. Das Seminar findet ab 4 Teilnehmern statt. Maximale Teilnehmerzahl = 8. Mehrhundebesitzer Aufpreis 35,- €/Hund

Ort:

Seehotel Moldan – der Stern am Hundehimmel, Postmünster (D)
Urlaubswoche mit 5 Tagen Programm. Das Seminar beginnt am Montag Vormittag und endet am Freitag Nachmittag, (2 halbe Tage frei).

Seminarbeschreibung:

Ein gemeinsames Projekt von Rolf Kleeberg und Eddie Gonzales. Aus unserer Tätigkeit als Hundephysiotherapeut und Hundetrainer wissen wir, dass im Umgang mit körperbehinderten Hunden viel Unsicherheit und Unkenntnis herrscht. Zwischen falsch angebrachtem Mitleid und „Kerniger Ignoranz“ ist praktisch alles zu finden.

Der Begriff „Körperbehinderung“ schließt ein:

Es ist leider eine Tatsache: Nicht immer können tierärztliche Kunst und physiotherapeutische Bemühungen dem Hund seine Gesundheit erhalten oder zurückgeben. Schwere Unfallverletzungen, Nervenschädigungen und auch innere Erkrankungen bringen manchmal eine dauerhafte Körperbehinderung mit sich, die im sichtbarsten Fall mit  orthopädischen Hilfsmitteln versorgt werden muss. Dies kann eine „simple“ operative Gelenkversteifung sein, aber auch ein Leben auf drei Beinen, einer Prothese, mit einem Hunde-Expander oder einem Rollwägelchen.

Weniger auffällig, aber ebenso gravierend sind die „unsichtbaren“ Behinderungen wie Blindheit oder Taubheit. Egal ob schleichend aufgrund des Alters, oder von Geburt an: Der Hund muss eine Vielzahl von Lernprozessen und Kompensationsmechanismen leisten, um damit zurecht zu kommen. Wenn wir uns bewusst machen, wie Hunde untereinander und mit ihrer Umwelt kommunizieren, verstehen wir, was das Tier leisten muss, um solche Defizite auszugleichen. Ihm hierbei zur Seite zu stehen, ist unsere Aufgabe.

Die Nachricht, dass der eigene Hund zukünftig mit einer Behinderung leben muss, trifft viele Menschen plötzlich und unvorbereitet. Wie geht es nun weiter? Wird mein Hund mit seiner Behinderung fertig? Oder ich möchte gerne einem bereits behinderten Hund ein Zuhause geben, doch was kommt auf mich zu, wie kann ich mich vorbereiten? Und ich?  Was kann ich tun? Wie reagiert mein Umfeld?

Während Hunde mit einer „unsichtbaren“ Seh- oder Hörbehinderung recht gut akzeptiert sind, ist die Unsicherheit bei orthopädisch, damit „sichtbar“ gehandicapten Tieren groß.
Dabei sind sie alle nicht - wie häufig spontan angenommen wird - arme und bemitleidenswerte Hunde, sondern kommen überwiegend sehr gut mit ihrer Behinderung zurecht. Meist ist es eher der Mensch, der damit ein Problem hat ...

Stellen Sie sich einfach mal folgende Situation vor: Sie sind unterwegs mit Ihrem tauben oder Rolli-gestützten Hund, der kurz zuvor ihr liebevoll geschmiertes Brötchen geklaut oder wieder einmal den Mülleimer ausgeräumt und den Inhalt in der ganzen Küche verteilt hat. Dinge eben, die  jeder Hund mal macht und Sie hören zum dritten Mal an diesem Tag "Och, der arme Hund ..."
Sie schauen auf Ihren "armen Hund" und denken mehr oder weniger grinsend an all seine Schandtaten ... und wissen: Wer zu solchen Dingen fähig ist, ist sicherlich kein "armer Hund", sondern ein Schlawiner wie alle anderen, die es faustdick hinter den schönen Puschelohren haben.

Behinderte Hunde sind taub, blind, dreibeinig, teilgelähmt, haben Alterszipperlein, düsen mit einem Rolli nicht nur durchs Leben sondern gleich in den nächsten Teich und und und ... Sie sind also ganz normale Hunde und haben viel Spaß am Leben!

Und darum soll es gehen: Um Lebensfreude und Lebensqualität unserer Fellnase trotz und mit ihrer Behinderung.

So gibt es keinen Grund, ihnen gewohnte Sozialkontakte mit Artgenossen zu unterbinden. Auch gehandicapte Hunde wollen und können spielen, brauchen und suchen den Kontakt zu ihresgleichen. Denn Hunde sind vorurteilsfrei, was Behinderungen angeht. Und sie lernen damit einhergehende Unsicherheiten in der Kommunikation (z.B. veränderte Körpersprache) schnell auszugleichen. Doch auch wenn sie trotz ihrer Einschränkung ausgesprochen fröhlich durch' s Leben tapsen: sie brauchen von uns besondere Zuwendung.

Denn sie leiden meist weniger unter ihrer unmittelbaren Behinderung, vielmehr führt das instinktive Bemühen diese auszugleichen zu  Beschwerden an ganz anderer Stelle. So entwickeln Hunde mit Rollwägelchen fast zwangsläufig Überbeanspruchungs-Symptome im Schulterbereich. Ein Hund mit einem steifen oder fehlenden Hinterlauf links wird bald Verspannungen vorne rechts haben. Amputationsstümpfe bedürfen fortwährender Pflege, blinde oder taube Hunde unterliegen trotz Kompensation durch andere Sinnesorgane einem höheren Verletzungsrisiko. Sie machen Fehler in der Kommunikation mit Artgenossen und leiden unter deren für die unverständlichen Reaktionen ...

Man kann einen behinderten Hund nicht so „mitten ins Leben werfen“, sondern braucht eine besondere Feinfühligkeit, gerade im Umgang mit zusätzlich traumatisierten Hunden. Er braucht Hilfe, oft dauerhaft und seine  Menschen sind dafür verantwortlich, ihm auch durch Gestaltung der äußeren Gegebenheiten ein möglichst normales, d.h. artgerechtes, Leben geben zu können.

Wenn Ihr Hund bereits eine Körperbehinderung hat oder wenn ihm dies bevorsteht ist diese Woche genau richtig:

Sie und ihr Hund machen mit bei:

  • Einführung (physische Veränderungen, veränderte Lebensumstände für Mensch und Hund, neue Gewohnheiten und Bedürfnisse, Kommunikationsprobleme Hund-Mensch und Hund-Hund).
  • Einzel-Befundungen mit Beratung
  • Einzelbehandlungen mit angepasstem passivem und aktivem Bewegungsprogramm
  • Trainingseinheiten mit entsprechenden Spiel- und Sportmöglichkeiten, je nach Handicap, Kommunikationstraining
  • Ausführliche Beratung zur weiteren häuslichen Betreuung mit Praxistipps

Wir beginnen mit einer Einführung zum Thema: Was ist Behinderung beim Hund, wie kompensiert und „verarbeitet“ er diese, wie beeinflusst sie sein (Sozial)verhalten. Wie wirkt sich eine spezifische Behinderung physisch und psychisch aus. Wie reagieren wir als Menschen (richtig) darauf. Was können wir therapeutisch tun. Abgerundet wird dies durch die Präsentation einiger gängiger orthopädischer Hilfsmittel wie Gelenkbandage, Orthese, biko-Expander, Rollwägelchen. Ausschließlich zur Information, es findet kein Verkauf statt! Dies ist Sache ihres Haustierarztes oder Tierphysiotherapeuten! 

Jeder Hund erhält einen Tierärztlichen Check und eine physiotherapeutische Einzelbefundung. Diese umfasst ein Anamnesegespräch, einen Sicht- und Tastbefund, die Prüfung der Gelenkbeweglichkeit sowie eine Bewegungsbeurteilung.

Viele Handicap-Hunde leiden unter schmerzhaften Verspannungen. Eine Einführung in die Hundemassage ermöglicht es Ihnen, bei ihrem Hund hier selber schmerzlindernd und entspannend „Hand anzulegen“.  Bei Bedarf und Interesse wird dies noch durch Narbenmassage ergänzt.

Das gemeinsame Spielen und, soweit möglich, Toben kommt nicht zu kurz. Dies kann sehr gut mit angepassten aktiven Bewegungsübungen verbunden werden.

Für jeden Hund gibt es drei physiotherapeutische Einzelbehandlungen, insbesondere Manualtherapien zur Entlastung überanstrengter Strukturen, Beüben von Belastungsphasen, stabilisierende und Gleichgewichtsübungen. Da ihr Hund seine Behinderung nicht bei uns lässt wenn Sie abreisen, erhalten Sie selbstverständlich eine ausführliche Beratung zur weiteren häuslichen Betreuung mit Praxistipps </form>

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